Neue Lieferung der Literaturhinweise online

Die zweite Lieferung für 2012 der Hinweise auf neue Hauptmann-Literatur (mit älteren Ergänzungen) ist online bereits verfügbar und wird mit den nächsten „Mitteilungen“ des 1. Vorsitzenden an die Mitglieder verschickt.

Gegenüber den letzten Lieferungen ist die Gliederung etwas übersichtlicher gestaltet: Rezensionen und in ausschließlich oder überwiegend Hauptmann gewidmeten Sammelbänden sind deutlicher als Untereinträge erkennbar und mit unterschiedlichen Symbolen gekennzeichnet.

Dafür, dass wir uns im Hauptmann-Jubiläumsjahr befinden, ist die Anzahl der verzeichneten Titel erstaunlich gering. Dafür sind mit dem zweiten Nachtragsband zu Sigfrid Hoeferts »Internationaler Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns« und mit der großen Hauptmann-Biographie von Peter Sprengel diesmal zwei besonders gewichtige Werke enthalten.

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Gerhart-Hauptmann-Tage im Deutschen Theater Berlin

Auch das Deutsche Theater Berlin, in dem unter den Leitungen Otto Brahms und Max Reinhardts zahlreiche Hauptmann-Stücke uraufgeführt wurden, hat zum 150. Geburtstag seines Hausautors mehrere Veranstaltungen im Programm. Die Gerhart-Hauptmann-Tage finden statt vom 16.-18. November, das Programm enthält u.a. eine Lesung der Erzählung »Mignon« (posthum 1947), die Vorführung des Stummfilms von Friedrich Wilhelm Murnau nach der Novelle »Phantom« mit Klavierbegleitung, Aufführungen von Michael Thalheimers Inszenierung der »Weber« und der »Ratten«, eine Diskussion »Hauptmann – das soziale Schreibtier« und die Präsentation von Peter Sprengels neuer Hauptmann-Biographie.

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Symposium zum 150. Geburtstag Gerhart Hauptmanns

Die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., Berlin, und das Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner laden am Freitag, den 16. November 2012 von 10.30-18 Uhr ein zum Symposium »Neue wissenschaftliche Studien zum Werk Gerhart Hauptmanns«. Folgendes Programm ist geplant:

1. Aus Gerhart Hauptmanns Frühwerk:

»›Engel läuten weg die Nacht!‹ Zwei unbekannte Gedichte aus Hauptmanns Landwirtschaftseleven-Zeit« (Prof. Dr. Peter Sprengel, Berlin)

»Geschichte und Gegenwart in Gerhart Hauptmanns ›Germanen und Römer‹ (1881/82 entstanden, noch nicht uraufgeführt)« (Prof. Dr. Louis F. Helbig, Les Echelles)

2. Erhellendes zu einem Skandal im Jahre 1913:

»Literatur und Politik im späten Kaiserreich. Der Streit um Gerhart Hauptmanns ›Festspiel in deutschen
Reimen‹ (1913)« (Prof. Dr. Hans-Christof Kraus, Passau)

3. Postum uraufgeführte dramatische Werke:

›Agamemnons Tod‹ und ›Elektra‹ (UA 10. September 1947) (Prof. Dr. Rüdiger Bernhardt, Bergen i. V.)

›Die Finsternisse‹ (UA am 5. Juli 1952) (Dr. Hans-Joachim Hahn, Berlin)

›Magnus Garbe‹ (UA am 4. Februar 1956) (Marc Jeremias Schweißinger, Cardiff/ Wales)

›Herbert Engelmann‹ (UA am 12. November 1962; UA in der Bearbeitung von Carl Zuckmayer schon am 8. März 1952) (Dr. Rita Klis, Berlin)

›Christiane Lawrenz‹ (UA am 12. April 1990) (Heinz Dieter Tschörtner, Berlin)

4. Gerhart Hauptmanns literarische Wirkung:

»Zur Weiterentwicklung Gerhart Hauptmanns in den Werken anderer Autoren« (Prof. Dr. Sigfrid Hoefert, Waterloo/Ontario)

Leitung der Veranstaltung: Dr. Klaus Hildebrandt, Nürnberg

Der Eintritt ist frei, das Gerhart-Hauptmann-Museum bittet um Anmeldung.

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Plagiate

Bei Nordwestradio / Radio Bremen wird plagiiert. Wer hätte das gedacht?

Im Weblog der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., Berlin, veröffentlichte ich am 8. September einen rezensionsartigen Hinweis auf die Peter Sprengels im August erschienene Hauptmann-Biographie: http://www.gerhart-hauptmann-gesellschaft.de/peter-sprengels-hauptmann-biographie/ Bei der Recherche für die Literaturhinweise, die ich regelmäßig für die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft zusammenstelle, stieß ich am 30.9. auf ein Gespräch, das Harro Zimmermann mit Peter Sprengel führte und das Radio Bremen am 29.9. gesendet hat.

Es ist erfreulich, daß dem Thema fast 45 Minuten Sendezeit eingeräumt werden, es ist auch erfreulich, daß meine Würdigung der Biographie für den Redakteur nützlich war (am 26.9. zwischen 12:20 und 12:35 Uhr wurden die Seiten der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft von einer IP-Adresse besucht, die Radio Bremen zuzuordnen ist), ganz und gar nicht erfreulich hingegen ist es, daß sich nun auf den Webseiten von Radio Bremen zu dem Gespräch nicht als solche gekennzeichnete wörtliche Übernahmen, selbstverständlich auch ohne Quellenangabe, finden: http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/literaturforum/literaturforum104_date-20120929.html

Nun bin ich kein Freund von Abmahnungen ohne vorherige Kontaktaufnahme (und auch kein Freund von Abmahnungen überhaupt), habe also eine freundliche, aber bestimmte E-Mail an die Online-Redaktion von Radio Bremen geschickt, mit der Bitte „die wörtlich übernommenen Formulierungen umgehend entweder als solche zu kennzeichnen und mit Quellennachweis zu versehen oder umzuformulieren“. Wahrscheinlich soll man sich geehrt fühlen, als Autor im Weblog einer kleinen literarischen Gesellschaft von einer Landesrundfunkanstalt plagiiert zu werden. Aber aufgrund des Bedeutungsunterschieds besteht leider die Gefahr, daß es genau andersherum wahrgenommen wird (sofern es überhaupt jemand bemerkt). Und diesen Eindruck möchte ich doch gern vermeiden, zumal ich mich innerhalb der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft immer wieder dafür eingesetzt habe, daß in den Gerhart-Hauptmann-Blättern nicht ständig unautorisierte Nachdrucke erscheinen.

Im Sinne der Beweissicherung hier ein Screenshot vom 30.9., ca. 20:20 Uhr, in dem die wörtlichen Übernahmen markiert sind.

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Vortrag über Hauptmann und den Alkohol in Hannover

Zu einem Vortrag anläßlich des 150. Geburtstags von Gerhart Hauptmanns lädt die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover am 18. Oktober um 17 Uhr ein. Bernhard Tempel, Webmaster und Vorstandsmitglied der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., spricht über Hauptmanns Verhältnis zum Alkohol:

»Ich trinke mehr für Andre als für mich«
Gerhart Hauptmann – Ein Dichter und sein Alkohol

Aus der Ankündigung:

»Als Josef Haslinger im vergangenen Jahr der Rheingau-Literaturpreis verliehen wurde (Preisfonds: 10.000 Euro und 111 Flaschen Rheingauer Riesling), bediente der Schriftsteller pflicht- und erwartungsgemäß das Klischee von der Bedeutung des Alkohols für das kreative literarische Schaffen: ›Alle Schriftsteller, die ich kenne, sind – mit wenigen Ausnahmen – gestandene Trinker.‹ Nur zeitweilig eine Ausnahme war Gerhart Hauptmann; das Verhältnis des Literaturnobelpreisträgers von 1912 zum Alkohol war vielschichtig und durchlief seine Wandlungen: Der Sohn eines Gastwirts wurde zum Mitbegründer der deutschen ›Fuselpoesie‹ (Conrad Alberti) in einem sozialkritischen Sinne, war vorübergehend Alkoholgegner und propagierte selbst Abstinenz, entwickelte sich schließlich zum Gewohnheitstrinker, wurde zum Vorbild für den begeisterten Trinker Pieter Peeperkorn in Thomas Manns ›Zauberberg‹ und blieb Gegner der Alkoholgegner. Bernhard Tempel hat Hauptmanns alkoholische Biographie rekonstruiert und in Beziehung zum künstlerischen Selbstverständnis des schlesischen Dichters gestellt.«

Der Eintritt ist frei, die GWLB bittet um Anmeldung. Die offizielle Einladung gibt es hier.

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Frisch auf dem Tisch: Peter Sprengels Hauptmann-Biographie

Der 150. Geburtstag Gerhart Hauptmanns rückt näher, und allmählich kommen die Einschläge dichter. Erschien Anfang August der Nachtragsband zur internationalen Bibliographie (wir berichteten), liegt nun der sehr wahrscheinlich gewichtigste Beitrag des Jubiläumsjahrs vor: Eine Biographie des Dichters aus der Feder von Peter Sprengel.

Umschlag von Peter Sprengels Hauptmann-Biographie

Um die Bedeutung dieses Werks ermessen zu können, hilft ein Blick auf die bisherige Lage der Hauptmann-Biographik. In den letzten Jahrzehnten waren es vor allem drei Biographien, die in mehreren Auflagen verfügbar waren:

  1. Eberhard Hilschers (1927–2005) umfangreiche Gesamtdarstellung erschien erstmals 1969 im Ost-Berliner Verlag der Nation unter dem schlichten Titel »Gerhart Hauptmann«.[1] Bis 1979 folgten zwei weitere Auflagen,[2] kurz vor der Wende 1987 eine Neubearbeitung, die den Untertitel »Leben und Werk« erhielt und nun veröffentlichtes wie unveröffentlichtes Material aus dem Nachlaß Gerhart Hauptmanns auswerten konnte.[3] Die Neubearbeitung erschien als Lizenzausgabe 1988 auch in Westdeutschland[4] und war die Grundlage für eine Taschenbuchausgabe, die der Aufbau-Verlag 1996 anläßlich von Hauptmanns 50. Todestag herausbrachte.[5] Das Nachwort dieser Taschenbuchausgabe bezeichnet das Werk nun als Biographie und gibt einen kurzen Hinweis auf die »schwierigen kulturpolitischen Bedingungen«, unter denen die »Urfassung« in der DDR entstand. »Erst Mitte der achtziger Jahre« sei es gelungen, »(wenngleich nicht immer kompromißlos), ärgerliche Lektoratseinschübe und verordnete Passagen aus der 1. Auflage von 1969 weitgehend zu eliminieren«.[6] Hilschers Hauptmann-Biographie war zweifellos ein Meilenstein, insbesondere weil sie ihrem Autor als Bewunderer Thomas Manns eine wohltuende Distanz zu seinem Gegenstand ermöglichte, die früheren Hauptmann-Biographien fehlte, da sie oft von Autoren aus dem Bekanntenkreis Hauptmanns stammten (z.B. von Paul Schlenther [1854-1916] oder Joseph Gregor [1888-1960]). Gleichwohl war Hilschers Hauptmann-Buch mehr eine Werkmonographie in chronologischer Darstellung mit biographischem Schwerpunkt als eine Biographie im engeren Sinne.
  2. Das Gegenstück zu Hilschers Arbeit für den westdeutschen Buchmarkt stammte von Wolfgang Leppmann (1922–2002). »Gerhart Hauptmann. Leben, Werk und Zeit« lautet der Titel seiner 1986 im Scherz-Verlag veröffentlichten Hauptmann-Biographie,[7] die drei Jahre später auch im Fischer Taschbuchverlag[8] erschien und zwischen 1995 und 2007 in einer Neuausgabe bei Propyläen und Ullstein erhältlich war.[9] Warum sich diese Biographie geringerer Beliebtheit erfreute, obwohl sie im Untertitel 1995 sogar als »die Biographie« bezeichnet wurde (die folgenden Ausgaben waren wieder bescheidener), bedürfte einer eigenen Untersuchung. Der geringere Umfang wird kaum der Grund sein, sicher auch nicht, daß es bei Leppmann keine biographische Zeittafel gibt (wie Hilscher sie bietet). Über ein Register erwähnter Personen und Werke Hauptmanns verfügen beide Biographien, so daß auch hier nicht der Grund liegen dürfte. Der Gebrauchswert von Leppmanns Darstellung (für gezielten Zugriff) ist etwas beschränkter aufgrund der gröberen Gliederung.
  3. Gänzlich anderen Charakter hat die Rowohlt-Bildmonographie von Kurt Lothar Tank (geb. 1910), die zwischen 1959 und 2006 insgesamt 28 Auflagen erfuhr.[10] Geringerer Umfang, hoher Anteil an Illustrationen und Zitaten, die für sich sprechen sollen, und stärkere Beschränkung auf im engeren Sinne Biographisches sind Kennzeichen der Reihe, in denen der Band erschien. Da die Hauptmann-Forschung nicht frei von Fortschritten war, wäre – gerade angesichts der großen Verbreitung der Rowohlt-Bildmonographien – eine Neufassung auch des Bandes über Hauptmann längst an der Zeit gewesen. (Vielleicht kann der Verlag dafür nun Peter Sprengel gewinnen, nachdem die große Hauptmann-Biographie vollendet ist?)

Neben diesen dreien gab es auch in jüngerer Zeit verschiedene Biographien oder biographische Essays, von denen jedoch kein Werk die auch nur annähernd vergleichbare kanonische Bedeutung erlangt hat (wobei Auflagen- und Verkaufszahlen nicht als einziges Kriterium der Bedeutung und Wirkung gelten sollen). Hervorzuheben wäre noch »eine Biografie« (so auch der Untertitel) von Rüdiger Bernhardt aus dem Jahr 2007,[11] die sich sowohl vom Umfang her (etwas über 200 Seiten) als auch durch ihre Form (insbesondere mit zahlreichen Illustrationen) an ein breiteres Publikum richtet, sofern das bei einem Autor wie Gerhart Hauptmann überhaupt noch verfügbar sein sollte.

»Eine Biographie« lautet nun auch der zweite Untertitel der neuen Hauptmann-Biographie von Peter Sprengel, die nicht nur »die ausführlichste Monographie, die je über Hauptmann geschrieben wurde« (S. 10 f.), sein dürfte, sondern überdies Aussicht darauf haben dürfte, ab jetzt und für lange Zeit die Hauptmann-Biographie schlechthin zu werden. Warum sollte das so sein?

Zum einen ist der Verfasser ausgewiesener Kenner Hauptmanns und überhaupt der Literaturgeschichte mit Schwerpunkt auf dem deutschen Kaiserreich. Das ist freilich ein Vorschußkredit, der sich aber schon nach Lektüre der ersten zwei oder drei Kapitel als berechtigt erweist. Angesichts der zahlreichen Veröffentlichungen Sprengels über Gerhart Hauptmann könnte naheliegen, daß er nun nur die Summe des Bekannten bietet. Mitnichten jedoch bleibt die neue Biographie dabei stehen, vielmehr ist sie selbst ein weiterer Beitrag zur Hauptmann-Forschung, der sich auf intensives Studium auch unveröffentlichter Quellen gründet (man betrachte nur die Liste der »Siglen für Werkausgaben und Archive« auf S. 814, die allein sieben Nachlässe aus vier bestandshaltenden Institutionen enthält, und das sind nur die mit Siglen zitierten) und zahlreiche Mythen der Hauptmann-Biographik revidiert. Im einleitenden Abschnitt heißt es dazu:

»Die konsequente Orientierung an Originalquellen aus der Zeit des jeweiligen Geschehens – also vor allem Tagebücher und Briefe –, die sich diese Darstellung zur Pflicht gemacht hat, führt zu zahlreichen Korrekturen und neuen Erkenntnissen im Detail. So werden Entstehung und Druckgeschichte der ersten Buchveröffentlichungen Hauptmanns auf eine deutlich veränderte Basis gestellt, eine unbekannte Jugendgeliebte (Gertrud Laske) entdeckt, eine handfeste Erpressung durch den ersten literarischen Mentor (Max Kretzer) aufgedeckt und eine persönliche Begegnung mit dem Pazifisten und Dadaisten Johannes Baader zur Zeit des Ersten Weltkriegs dokumentiert, von der sich bisher weder die Hauptmann- noch die Baader-Kenner etwas träumen ließen. Erstmals erfahren wir aus Hauptmanns eigenem Mund Genaueres über seine Intentionen bei der Niederschrift der Weber; erstmals wird das Geheimnis um die Heirat seines Sohns Benvenuto mit Elisabeth Prinzessin zu Schaumburg-Lippe gelüftet; erstmals wird der Leser anhand der Tagebücher Margarete Hauptmanns über die prekäre Lage ihres schon vom Tod gezeichneten Mannes im polnisch gewordenen Schlesien zur Zeit der Heimatvertreibung informiert.« (S. 11)

Wer schon Sprengel Buch über Gerhart Hauptmann im Dritten Reich[12] kennt, hat damit zugleich eine Vorstellung von der Art der Gesamtbiographie. In leserfreundlichem, fast erzählenden Stil, dennoch stets detailreich, fundiert und ohne Spekulationen führt der Autor seine Leser durch ein ereignisreiches Leben. Im Zentrum steht das Leben des Dichters, ohne daß Bezüge zum Werk zu kurz kämen, denn beides war bei Hauptmann engstens miteinander verbunden.

Außer für sequentielle Lektüre und zum Blättern, wozu u.a. die Illustrationen einladen, eignet sich die Biographie auch zum Nachschlagen. Es gibt zwar keine Zeittafel (die den Band noch umfangreicher gemacht hätte und die vielleicht entbehrlich ist, weil sich der Text eng an die Chronologie hält), dafür findet man aber außer den Verzeichnissen der erwähnten Personen und der Werke Hauptmanns ein Register der Aufenthaltsorte.

Erschienen ist die Biographie im Verlag C. H. Beck, der seit Jahren Maßstäbe bei wissenschaftlich fundierten Schriftsteller-Biographien gesetzt hat: man denke etwa an die Thomas-Mann-Biographie von Hermann Kurzke und die Kafka-Biographie von Peter-André Alt. Es ist nicht die schlechteste Umgebung für die neue Hauptmann-Biographie, der große Verbreitung zu wünschen ist. In der Hauptmann-Forschung wird man sie bald nicht mehr wegdenken können. Und spätestens, wenn in einigen Jahren eine Taschenbuchausgabe folgen wird, dürfte größerer Verbreitung nichts mehr im Wege stehen.

Peter Sprengel: Gerhart Hauptmann. Bürgerlichkeit und großer Traum. Eine Biographie. München: Beck, 2012. – 848 S.: zahlr. Ill. – ISBN: 978-3-406-64045-2 – 38 Euro.
Inhaltsverzeichnis

Nachweise:

[1] Eberhard Hilscher: Gerhart Hauptmann, Berlin: Verl. der Nation, 1969, 661 S.
[2] Eberhard Hilscher: Gerhart Hauptmann, 2., durchges. Aufl., Berlin: Verl. der Nation, 1974, 665 S. u. Eberhard Hilscher: Gerhart Hauptmann, 3., überarb. Aufl., Berlin: Verlag der Nation, 1979, 632 S.
[3] Eberhard Hilscher: Gerhart Hauptmann. Leben und Werk. Mit bisher unpublizierten Materialien aus dem Manuskriptnachlaß des Dichters, Neuausg., 1. Aufl., Berlin: Verl. d. Nation, 1987, 601 S.
[4] Eberhard Hilscher: Gerhart Hauptmann. Leben und Werk. Mit bisher unpublizierten Materialien aus dem Manuskriptnachlaß des Dichters, Frankfurt/M.: Athenäum, 1988, 601 S.
[5] Eberhard Hilscher: Gerhart Hauptmann. Leben und Werk, Berlin: Aufbau Taschenbuch-Verl., 1996, 608 S.
[6] Ebd., S. 579.
[7] Wolfgang Leppmann: Gerhart Hauptmann. Leben, Werk und Zeit, Bern: Scherz, 1986, 415 S.
[8] Wolfgang Leppmann: Gerhart Hauptmann. Leben, Werk und Zeit (Fischer-Taschenbücher 5683), Frankfurt/M.: Fischer-Taschenbuch-Verl., 1989, 415 S.
[9] Wolfgang Leppmann: Gerhart Hauptmann. Die Biographie, Neuausg., Berlin: Propyläen, 1995, 414 S. u.
Wolfgang Leppmann: Gerhart Hauptmann. Eine Biographie, Frankfurt/M. und Berlin: Ullstein, 1996.
[10] Kurt Lothar Tank: Gerhart Hauptmann in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (Rowohlts Monographien 27), Hamburg: Rowohlt, 1959, 176 S.
[11] Rüdiger Bernhardt: Gerhart Hauptmann. Eine Biografie, Fischerhude: Atelier im Bauernhaus, 2007, 224 S.
[12] Peter Sprengel: Der Dichter stand auf hoher Küste. Gerhart Hauptmann im Dritten Reich, Berlin: Propyläen, 2009, 382 S.

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Blogger

Man sollte endlich aufhören zu schreiben, dieser oder jener blogge oder sei ein Blogger; stattdessen soll man sagen, worüber er schreibe, mit welcher Qualität, Wirkung, Intention, ggf. ob er davon lebe oder die Welt mit Texten erfreue, für die sich kein Mensch interessiere.

(zuerst auf GooglePlus)

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Auf den Spuren Gerhart Hauptmanns im Tessin und in Oberitalien – Veranstaltungstipp

Wer Gerhart Hauptmanns Novelle »Der Ketzer von Soana«, sein Schauspiel »Und Pippa tanzt!« oder die späte, posthum veröffentlichte Novelle »Mignon« kennt, dürfte eine Vorstellung davon erhalten, welche Bedeutung Oberitalien und Teile der italienischen Schweiz für den Dichter hatten. Wie häufig er zwischen 1896 und 1939 in Italien aufhielt, teils über Monate, ist den Biographen natürlich bekannt.

Im kommenden Frühjahr gibt es die Gelegenheit, in Form einer Studienreise den Spuren Hauptmanns im Tessin und in Oberitalien zu folgen. Vom 2. bis 6. April 2013 bietet Urs von der Crone ein Besichtigungs- und Vortragsprogramm an, bei dem unter anderem die Borromäischen Inseln im Lago Maggiore, der Monte Generoso, das Maggiatal und der Monte Veritá erfahren werden können, also Schauplätze unter anderem von »Mignon« und des »Ketzers von Soana«.

Auf dem Programm stehen auch zwei Vorträge von Peter Sprengel (Freie Universität Berlin): »Heiligsprechung des Eros: Rovio und der ›Ketzer von Soana‹« und »Literatur-Gespenster am Lago Maggiore: Sestri und Hauptmanns letzte Novelle ›Mignon‹«.

Ausführliche Informationen und Kontaktdaten bietet das Plakat des Veranstalters.

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Neuer Band der Schriftenreihe / Internationale Bibliographie Bd. IV

Vor neun Jahren erschien der erste Nachtragsband zu Sigfrid Hoeferts »Internationaler Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns« (Veröffentlichungen der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., Bd. 3, 4 u. 12). Zum Hauptmann-Jahr 2012, in dem sowohl der 150. Geburtstag des Dichters als auch das 100jährige Jubiläum der Nobelpreisverleihung zu feiern sind, erscheint im August nun ein zweiter Nachtragsband. Wie zuvor werden Primär- und Sekundärliteratur seit Veröffentlichung des letzten Bandes und Nachträge zu den vorigen Bänden verzeichnet, insgesamt weit über 1200 neue Beiträge über Hauptmann.

Sigfrid Hoefert: Internationale Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns. Bd. IV / von Sigfrid Hoefert in Zusammenarbeit mit Bernhard Tempel. Berlin: Erich Schmidt, 2012 (Veröffentlichungen der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft 15). – 167 S. – ISBN 978-3-503-13727-5. – 29,80 €

Weitere Informationen und  Inhaltsverzeichnis und Einleitung  finden sich im Verlagskatalog.

Mitglieder der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft, die ihren Jahresbeitrag für 2012 entrichtet haben, erhalten den Band im Spätsommer zugesandt. Dies gilt selbstverständlich auch für neue Mitglieder, die sich noch zum Beitritt entscheiden.

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Allegorie des Lebens

Da wundert man sich Jahr für Jahr, warum die Süßkirschen nie süß werden, um dann irgendwann (oder auch nie) festzustellen, daß es sich um Sauerkirschen handelt.

(zuerst auf GooglePlus)

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