Neuer Band der Schriftenreihe / Internationale Bibliographie Bd. IV

Vor neun Jahren erschien der erste Nachtragsband zu Sigfrid Hoeferts »Internationaler Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns« (Veröffentlichungen der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., Bd. 3, 4 u. 12). Zum Hauptmann-Jahr 2012, in dem sowohl der 150. Geburtstag des Dichters als auch das 100jährige Jubiläum der Nobelpreisverleihung zu feiern sind, erscheint im August nun ein zweiter Nachtragsband. Wie zuvor werden Primär- und Sekundärliteratur seit Veröffentlichung des letzten Bandes und Nachträge zu den vorigen Bänden verzeichnet, insgesamt weit über 1200 neue Beiträge über Hauptmann.

Sigfrid Hoefert: Internationale Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns. Bd. IV / von Sigfrid Hoefert in Zusammenarbeit mit Bernhard Tempel. Berlin: Erich Schmidt, 2012 (Veröffentlichungen der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft 15). – 167 S. – ISBN 978-3-503-13727-5. – 29,80 €

Weitere Informationen und  Inhaltsverzeichnis und Einleitung  finden sich im Verlagskatalog.

Mitglieder der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft, die ihren Jahresbeitrag für 2012 entrichtet haben, erhalten den Band im Spätsommer zugesandt. Dies gilt selbstverständlich auch für neue Mitglieder, die sich noch zum Beitritt entscheiden.

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Sonderausstellung des Schlesischen Museums zu Görlitz zum Hauptmann-Jahr 2012

Zum aktuellen Jubiläumsjahr – am 15. November 2012 jährt sich der Geburtstag Gerhart Hauptmanns zum 150. Mal, und vor 100 Jahren erhielt er den Nobelpreis für Literatur – wird im Schlesischen Museum zu Görlitz am 11. Mai eine Sonderausstellung »Poetische Orte. Bilder und Texte von Ivo und Gerhart Hauptmann« eröffnet. Die Ausstellung wird bis zum 17. Februar 2013 gezeigt und von einem laut Ankündigung reich bebilderten Katalog begleitet.

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Neue Lieferung der Literaturhinweise online

Die erste Lieferung für 2012 der Hinweise auf neue Hauptmann-Literatur (mit älteren Ergänzungen) ist online bereits verfügbar und wird mit den nächsten „Mitteilungen“ des 1. Vorsitzenden an die Mitglieder verschickt.

Die Gliederung ist seit der Lieferung 2010-2 etwas verändert, schon in Vorbereitung auf eine entstehende Kumulation: Rezensionen werden jetzt beim rezensierten Werk aufgeführt, ggf. wird das rezensierte Werk für die Anzeige weiterer Rezensionen wiederholt aufgeführt. Überwiegend Gerhart Hauptmann gewidmete Sammelbänden erscheinen nun unter den selbständigen Publikationen, die enthaltenen Beiträge folgen als untergeordnete Liste.

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›Vor Sonnenaufgang‹ in der Schule

Aus dem umfangreichen Werk Gerhart Hauptmanns wird im Deutschunterricht fast nur noch eines der Dramen Der Biberpelz, Die Ratten oder Die Weber behandelt, sowie die Novelle Bahnwärter Thiel. Auf diese Werke sind die bekannten Verlage eingestellt, die kommentierte Ausgaben und Lektürehilfen anbieten, und selbst innerhalb dieses ›Hauptmann-Kanons‹ gibt es ein starkes Gefälle zugunsten des Bahnwärter Thiel, der es mit 3,7 Millionen verkauften Exemplaren immerhin unter die Top Ten seit 1948 in Reclams Universal-Bibliothek gebracht hat (auf Platz 6, noch vor Theodor Storms Schimmelreiter)[1] .

Seit Oktober 2010 erreichten die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft  e.V. nun mehrfach Anfragen, aus denen hervorging, daß in Baden-Württemberg Vor Sonnenaufgang für einige Jahre als Pflichtlektüre vorgesehen sei.[2] Drängendstes Problem schienen die Dialektpassagen zu sein, die den Schülern Schwierigkeiten bereiten würden, zumal auch Lehrer mit dem schlesischen Dialekt nicht vertraut seien. Ob es eine Übersetzung oder Hilfen gebe, war denn auch die häufigste Frage.

Die Frage nach der Existenz einer (hochdeutschen) Übersetzung läßt sich leicht beantworten: es gibt keine, wahrscheinlich auch keinen Markt dafür, zumal die Werke Gerhart Hauptmanns bis zum 1. Januar 2017 noch urheberrechtlich geschützt sein werden. Unter dieser Bedingung stünde einer Übersetzung oder kommentierten Ausgabe neben der inhaltlich zu leistenden Arbeit noch die Klärung der Lizenz (und der damit verbundenen Kosten) im Wege.

An dieser Stelle dokumentiere ich – als Hilfe zur Selbsthilfe – die Hinweise, die ich in verschiedenen Antworten gegeben habe.

Zunächst ist festzustellen, daß der größte Teil von Vor Sonnenaufgang gar nicht im Dialekt geschrieben ist. Wenn die Schüler das erst einmal bemerkt haben (oder man es ihnen gesagt hat), ist die Hürde wahrscheinlich schon etwas geringer. Nach Auskunft von Dr. Klaus Hildebrandt, dem 1. Vorsitzenden der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., hat Hauptmann in den Dialektpassagen des Dramas die gebirgsschlesische Mundart »so gut wiedergegeben, wie es bei Dialekt überhaupt möglich ist«; »als Schlesier, der am Rande des gebirgsschlesischen Dialektgebietes seine Kindheit verbrachte«, könne er das »einigermaßen beurteilen«.

Beim Verstehen des Dialekts gibt es, vereinfacht gesagt, zwei Hürden, deren Unterscheidung helfen könnte: die Lautung und der Wortschatz. Für den schlesischen Wortschatz kommt man um eine Dialektwörterbuch nicht herum; das umfassendste zum Schlesischen dürfte das von Mitzka sein:

Dieses Wörterbuch sollte in besser ausgestatteten Universitätsbibliotheken oder Regionalbibliotheken verfügbar sein. Für den größten Teil der Dialektpassagen hilft es allerdings, einige Regeln zu entwickeln, die das Verstehen erleichtern könnten. Zentrale Rolle (wie oft in Dialekten) spielen die Vokale, z.B. ei -> oa (»kein« -> »koan«), allerdings kann auch a als oa auftauchen (»Arme« -> »Oarme«) oder oo als a (»hat« -> »hoot«). Das e kann zu a werden (»betteln« -> »batteln«), das u und ü zu e (»zurecht« -> »zerecht«, »für« -> »fer«), das a zu u (»ja« -> »ju«), das ö zu e (»Löcher« -> »Lecher«), das o zu u und/oder e (»Doktor« -> »Dukter«) und so weiter. Dann gibt es Verschleifungen (oder wie man das nennt): »geben« -> »gahn«, »nichts« -> »nischt«, ferner das auch im Süddeutschen häufige »wir« -> »mir« (oder »mer«). Das alles aufzuzählen, hat jetzt wenig Sinn, entscheidend ist, daß sich mit wenigen Regeln die Anzahl schwieriger Stellen schnell reduzieren läßt.[3]

Manchmal muß man auch einfach wissen, d.h. aus dem Kontext erschließen, was gesagt wird, um es dann im Text wiederzuerkennen (ähnlich wie oft beim Lesen von Handschriften); helfen kann auch, den Text laut zu sprechen. Im übrigen gebe ich gern zu, daß ich keineswegs alles Wort für Wort verstehe, trotz mehrfacher Lektüre; ich habe es trotzdem gewagt, ein gut dreißigseitiges Kapitel zu Vor Sonnenaufgang in meiner Dissertation zu schreiben (Kurzbeschreibung und Inhaltsverzeichnis: http://www.tempelb.de/wp-content/uploads/2011/05/alkohol_und_eugenik_info.pdf). Selbst dies ließe sich aber positiv wenden und den Schülern als Lerneffekt verkaufen: daß man keineswegs jedes Detail verstanden haben muß, um einem Drama folgen zu können.

Es wäre übrigens interessant, einmal zu vergleichen, welche Passagen für das inhaltliche Verständnis und welche für die Charakterisierung von Personen (Stand, Bildung) durch Dialekt und Hochdeutsch wichtig sind; mein Eindruck: die Dialektpassagen sind für das inhaltliche Verständnis gar nicht so entscheidend.

Schließlich einige Literaturhinweise:

Inzwischen gibt es wenigstens ein Buch zur Behandlung von Vor Sonnenaufgang in der Oberstufe:

Annegret Kreutz/Johannes Diekhans (Hgg.): Gerhart Hauptmann, Vor Sonnenaufgang (EinFach Deutsch: Unterrichtsmodell). Paderborn 2009

Laut Inhaltsverzeichnis (http://files.schulbuchzentrum-online.de/onlineanhaenge/files/978-3-14-022445-1_inhalt.pdf [Abruf 2012-02-05]) gibt es einen Abschnitt »3.3 Regieanmerkungen und Sprache« sowie Zusatzmaterial zur Sprache des Naturalismus. Da ich das Buch noch nicht in der Hand hatte, weiß ich nicht, ob dort auf die Problematik des Dialekts eingegangen wird.

Die folgenden drei Aufsätze habe ich als hilfreich für das Verständnis von Vor Sonnenaufgang in Erinnerung, sowohl für Einordnung in Werk und Zeit als auch im Hinblick auf thematische Interpretation:

  • Rüdiger Bernhardt: Sieg und Überwindung des Naturalismus. Gerhart Hauptmanns soziales Drama Vor Sonnenaufgang. In: Gerhard Rupp (Hg.): Klassiker der deutschen Literatur. Epochen-Signaturen von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Würzburg 1999, S. 117–160
  • Thomas Bleitner: Naturalismus und Diskursanalyse. ›Ein sprechendes Zeugnis sektiererischen Fanatismus‹ – Hauptmanns Vor Sonnenaufgang im Diskursfeld der ›Alkoholfrage‹. In: Ders./Joachim Gerdes/Nicole Selmer (Hgg.): Praxisorientierte Literaturtheorie. Annäherungen an Texte der Moderne. Bielefeld 1999, S. 133–156
  • Rolf Christian Zimmermann: Hauptmanns Vor Sonnenaufgang: Melodram einer Trinkerfamilie oder Tragödie menschlicher Blindheit? In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 69 (1995), S. 494–511

Für die Recherche nach weiterer Literatur zu Vor Sonnenaufgang eignet sich die internationale Hauptmann-Bibliographie:

Sigfrid Hoefert: Internationale Bibliographie zum Werk Gerhart Hauptmanns. 3 Bde (Veröffentlichungen der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft 3, 4 u. 12). Berlin 1986–2003

In dieser Bibliographie sind in Band I auch englische Übersetzungen von Vor Sonnenaufgang nachgewiesen. Es ist durchaus vorstellbar – und möglicherweise didaktisch interessant –, für die Übersetzung der im Dialekt gehaltenen Stellen den Umweg über eine englische Übersetzung zu nehmen. Ob das gelingt, hängt von den Englisch-Sprachkenntnissen ab (die im Zweifelsfall bei heutigen Lehrern und selbst Schülern besser als die Kenntnis des schlesischen Dialekts sein dürften), und von der Übersetzung – wenn diese die Dialektpassagen als solche überträgt (z.B. unter Einsatz von Slang oder Scots), verlagert sich das Verständnisproblem nur.

 

Fußnoten:

[1] Karl-Heinz Fallbacher (Hg.): Die Welt in Gelb. Zur Neugestaltung der Universal-Bibliothek 2012. Stuttgart 2012. URL: http://www.reclam.de/trck/data/media/Die_Welt_in_Gelb.pdf (Abruf 2012-02-05), S. 65.

[2] Daß Vor Sonnenaufgang seit dem Schuljahr 2011/12 Pflichtlektüre »in den Berufskollegs zum Erwerb der Fachhochschulreife und für die erste Klasse der Berufsoberschule (vergleichbar etwa mit der Klasse 12 an beruflichen Gymnasien)« ist, »im Berufskolleg zumindest bis 2014, in der Berufsoberschule wohl noch ein Jahr länger«, findet man nicht in den Lehrplänen, weil die Pflichtlektüre durch Erlaß des Kultusministerium festgelegt wird (freundliche Auskunft von Gerhard Schneider, Landesinstitut für Schulentwicklung, Stuttgart).

[3] Wer dies genauer studieren möchte, vgl. z.B. Karl Weinhold: Ueber deutsche Dialectforschung. Die Laut- und Wortbildung und die Formen der schlesischen Mundart. Mit Rücksicht auf verwantes in deutschen Dialecten. Ein Versuch. Wien 1853. URL: http://books.google.de/books?id=y3cRAAAAMAAJ (Abruf 2012-02-05).

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Erinnerung an einen Film von Theo Angelopoulos

In einem Film aus der zweiten Hälfte der 1990er Jahre gibt es eine Szene, die man so schnell nicht vergißt, wenn man überhaupt so weit gekommen ist: Eine überlebensgroße Lenin-Statue aus Beton oder ähnlich stabilem Material wird zerlegt und mit einem Kran auf ein Schiff verladen. Anschließend wird über einen langen Zeitraum (gefühlte 20 Minuten) gezeigt, wie das Schiff die Donau herunter fährt. Wechselweise sieht der Zuschauer von oben das Schiff mit dem flachgelegten Lenin und das Ufer, wo sich teilweise Menschen versammeln, um das (für sie) vorbeifahrende Schiff zu betrachten. Untermalt wird die Szene durch die Musik der griechischen Komponistin Eleni Karaindrou, gesprochen wird nicht. – So jedenfalls meine Erinnerung an diese Szene, eine großartige bildliche Veranschaulichung des aufgehört haben real zu existierenden Sozialismus.

Diese Szene ist Teil des großartigen, fast dreistündigen Films ‚Der Blick des Odysseus‚ von Theo Angelopoulos, den ich zweimal im Kino sehen durfte. Das eine Mal war Zufall, eigentlich wollte ich nur dem Lärm der nervtötend knackenden Heizungsrohre in meiner damaligen Wohnung entfliehen. Das Kino Arsenal, damals noch in der Welserstraße in Berlin-Schöneberg, war nicht weit, und die Ankündigung des Films klang zumindest nicht abschreckend. Das zweite Mal war dann Absicht, und ich überredete in meiner Begeisterung eine Freundin, mitzukommen. Zur oben beschriebenen Szene meinte sie nach dem Ende des Films: Die Idee, auf diese Weise das Ende des real existierenden Sozialismus zu zeigen, sei ja sehr gut, aber ganz so ausgiebig hätte der Regisseur seine Idee doch nicht feiern müssen. Ein halbes Jahr später revidierte sie ihre Einschätzung: Es sei genau richtig gewesen, durch die Langsamkeit und Länge der Szene hätten sich die Bilder regelrecht ins Gedächtnis „eingebrannt“.

Lange hat es übrigens gedauert, daß ‚Der Blick des Odysseus‘ (wieder?) auf DVD erhältlich war. Im letzten Jahr erschien er in Originalfassung mit deutschen Untertiteln (Hinweis bei http://dvdbiblog.wordpress.com/2011/03/05/theo-angelopoulos-bei-trigon/, in Deutschland auch erhältlich über den Filmverleih Kairos in Göttingen: http://shop.kairosfilm.de/), zusammen mit weiteren, im Kino ganz selten zu sehenden Filmen von Angelopoulos. (Aus der Box mit sechs Filmen von ‚Die Tage von 36‘ bis ‚Landschaft im Nebel‘ habe ich bislang nur ‚Der Bienenzüchter gesehen, der leider unter einer furchtbaren Bildqualität leidet, als ab man eine VHS-Kassette digitalisiert hätte.)

Während der Dreharbeiten zum Abschluß einer Trilogie, von der ‚Eleni – Die Erde weint‘ und ‚The Dust of Time‘ schon zu sehen waren, ist Theo Angelopoulos am 24. Januar an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben. Ein Nachruf (weitere lassen sich leicht recherchieren): http://www.tagesspiegel.de/kultur/film-polarkreise-der-seele/6112894.html

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Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau von Schließung bedroht

Wie aus mehreren Anfragen an die Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft hervorgeht, soll das einst nach Gerhart Hauptmann benannte Theater in Zittau seinen Namenspatron verlieren. Auf der Homepage ist darüber noch nichts zu finden, als Betreiber des seit Anfang 2011 wieder mit dem Theater Görlitz fusionierten Theaters ist dort die „Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH“ genannt. Wie man einer aktuellen Petition entnehmen kann, ist sogar geplant, die Theatersparte zu schließen. Wer die Petition zeichnen möchte, kann das hier tun:

https://www.openpetition.de/petition/online/theater-zittau-muss-bleiben

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Digitalisierung von Gerhart Hauptmanns Briefnachlaß

In der Ausgabe vom 15. Oktober 2011 des Berliner »Tagesspiegel« stellt David Bedürftig das groß angelegte Projekt zur Erschließung von Gerhart Hauptmanns Briefnachlaß vor. Das von der DFG geförderte Gemeinschaftsprojekt der Staatsbibliothek zu Berlin und der Freien Universität Berlin sieht vor, alle Briefe zu digitalisieren und über die zentrale Autographendatenbank Kalliope auffindbar zu machen; die Briefe Hauptmanns sollen überdies mit Regesten erschlossen werden.

Wer mehr darüber erfahren möchte, hat dazu Gelegenheit am 12. November 2011 im Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner bei einem Vortrag von Tim Lörke und Edith Wack. Ferner berichten Peter Sprengel und Tim Lörke im Rahmen der  Ringvorlesung »Im Dickicht der Texte. Editionswissenschaft als interdisziplinäre Grundlagenforschung« (FU Berlin) am 11. Januar 2012, 18.15-20 Uhr unter dem Titel »Gerhart Hauptmann digital. Probleme und Herausforderungen einer Briefregestenedition in Kalliope« über das Projekt, auf dessen Ergebnisse man gespannt sein darf. Es wird die Recherchen in Hauptmanns Briefnachlaß erheblich verbessern, da man bis heute auf unvollständigen Listen angewiesen ist, die nur  teilweise einen Zugang nach Personen ermöglichen, teilweise große Sammelrubriken enthalten – ganz zu schweigen davon, daß selbst diese bescheidenen Findmittel nur im Handschriftenlesesaal der Staatsbibliothek verfügbar sind und es weder eine Online-Fassung gibt noch – zumindest bis vor ein paar Jahren – das Kopieren erlaubt wurde.

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Die Digitalisierung von Gerhart Hauptmanns Briefnachlaß

In der Ausgabe vom 15. Oktober 2011 des Berliner »Tagesspiegel« stellt David Bedürftig das groß angelegte Projekt zur Erschließung von Gerhart Hauptmanns Briefnachlaß vor. Das von der DFG geförderte Gemeinschaftsprojekt der Staatsbibliothek zu Berlin und der Freien Universität Berlin sieht vor, alle Briefe zu digitalisieren und über die zentrale Autographendatenbank Kalliope auffindbar zu machen; die Briefe Hauptmanns sollen überdies mit Regesten erschlossen werden.

Wer mehr darüber erfahren möchte, hat dazu Gelegenheit am 12. November 2011 im Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner bei einem Vortrag von Tim Lörke und Edith Wack. Ferner berichten Peter Sprengel und Tim Lörke im Rahmen der  Ringvorlesung »Im Dickicht der Texte. Editionswissenschaft als interdisziplinäre Grundlagenforschung« (FU Berlin) am 11. Januar 2012, 18.15-20 Uhr unter dem Titel »Gerhart Hauptmann digital. Probleme und Herausforderungen einer Briefregestenedition in Kalliope« über das Projekt, auf dessen Ergebnisse man gespannt sein darf. Es wird die Recherchen in Hauptmanns Briefnachlaß erheblich verbessern, da man bis heute auf unvollständigen Listen angewiesen ist, die nur  teilweise einen Zugang nach Personen ermöglichen, teilweise große Sammelrubriken enthalten – ganz zu schweigen davon, daß selbst diese bescheidenen Findmittel nur im Handschriftenlesesaal der Staatsbibliothek verfügbar sind und es weder eine Online-Fassung gibt noch – zumindest bis vor ein paar Jahren -, das Kopieren erlaubt wurde. 

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AutoLink TIB/UB: Automatischer Abgleich von ISBNs in Webseiten mit dem Bibliothekskatalog

Motivation

Fachreferenten an Zentralen Fachbibliotheken und Bibliotheken mit Sondersammelgebieten, Pflichtexemplarrecht oder auch auf einem beliebigen Gebiet dichten Bestand stehen oft vor dem Problem, möglichst alle relevanten Veröffentlichungen für ihr Fach ausfindig zu machen. Die regelmäßig gelieferten Erwerbungsunterlagen (etwa in Form von Profildiensten aufgrund von Nationalbibliographien und vergleichbaren Daten) sind für den systematischen Bestandsaufbau ein wichtiger Grundstock, doch selbst die im Buchhandel erscheinende Literatur läßt sich damit nur lückenhaft erfassen; spätestens wo es keine  Nationalbibliographie gibt, beginnt es aufwendig zu werden.

Für die systematische Auswertung der reichlich als Werbung eingehenden Verlagskataloge hingegen bleibt selten die Zeit, zumal das bei ohnehin schon dichtem Bestand eine frustrierende Angelegenheit sein kann. Nun könnte man sich auf den Standpunkt stellen, die Vorakzession sei nicht Aufgabe des Fachreferenten, der daher großzügig alles abzeichnen könne, was relevant scheint — in beliebigem Umfang und ohne Rücksicht auf Wiederholungen, denn spätestens vor dem Bestellen würde es ja doch auffallen und dublette Erwerbung verhindert. Nur nebenbei bemerkt: Daß Fachreferenten noch Wochen, ja Monate nach  Durchsicht der Erwerbungsunterlagen auswendig wissen, was sie bereits haben bestellen lassen, gehört leider ins Reich des  Mythos, an den höchstens vereinzelte Erwerbungsleiter zu glauben scheinen; die Wahrheit ist, daß das Gedächtnis von  Fachreferenten einer Bestelldatenbank immer unterlegen ist. Wie dem auch sei, skrupelloses Abzeichnen von Bestellvorschlägen würde den Aufwand nur an eine andere Stelle verlagern und das Problem der Lückenergänzung bei dichtem Bestand nicht grundsätzlich lösen.

Wünschenswert wäre daher eine technische Möglichkeit für den automatischen Abgleich von elektronisch verfügbaren bibliographischen Daten (etwa auf Verlagsseiten im Internet) mit dem Bibliothekskatalog. Wem ein solcher Ansatz zu technokratisch erscheint, wenn nicht gar als Herabwürdigung der eigenen intellektuellen Leistung bei der Literaturauswahl, dem sei gesagt: Das ist nicht der Punkt, sondern es geht darum, schnell und automatisch diejenigen Fälle zu identifizieren, für die die intellektuelle Leistung bereits erbracht wurde, weil sie bereits in der Bibliothek vorhanden sind.

Kommandozeilentool und serverbasierte Lösung

Vor mehr als fünf Jahren entstand daher ein Perl-Skript, das für lokal gespeicherte html-Dateien mit regulären Ausdrücken und Prüfung auf Validität die ISBNs extrahiert, eine Anfrage an den Bibliothekskatalog schickte und aufgrund der Rückmeldung die  Datei derart modifizierte, daß hinter jeder ISBN stand, ob das Buch vorhanden sei oder nicht. (Voraussetzung für den sinnvollen  Einsatz ist natürlich, daß bestellte Titel bereits im Katalog angezeigt werden. Und es funktioniert nur mit textbasierten Formaten, insbesondere pdf als Ausgabeformat ist schlecht bis gar nicht für eine automatische Weiterverarbeitung geeignet.)
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»Dick Laurent ist tot.«

Mit dem über eine Türsprechanlage vermittelten Satz »Dick Laurent ist tot« beginnt und endet David Lynchs großartiger Film Lost Highway, wenn man von David Bowies I’m deranged als Titelsong einmal absieht, der den Film mit Vorspann und Abspann umrahmt.

Wenn die Aussage, jemand sei tot, korrekt ist, wird sie es immer bleiben. Daher irritiert es mich immer wieder, wenn in den Rundfunknachrichten und Presse berichtet wird, jemand sei tot, obwohl zu diesem Zeitpunkt präziser wäre zu sagen, jemand sei gestorben. Zumindest für mein Sprachgefühl wird – bei Verwendung des Perfekts – durch diese Formulierung die zeitliche Dimension der Aussage deutlicher. Als Robert Gernhardt sein formvollendetes Sonett Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs im ZEITmagazin veröffentlichte, das mit dem Vers »Sonette find ich sowas von beschissen« beginnt,1 hagelte es erboste Leserbriefe. Continue reading

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